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Hinweise zur Sportmedizinischen Prüfung in Nordrhein
Einleitung
Die sportmedizinische Prüfung wird von Prüfern durchgeführt, die von der Ärztekammer Nordrhein bestellt werden. Der Vorstand des Sportärztebund Nordrhein hat Vorschläge gemacht, die allerdings nur bedingt berücksichtigt wurden/werden.
Der Vorstand des Sportärztebundes Nordrhein wird sich um ein einheitliches Vorgehen bemühen. Es wurde vorgeschlagen, dass die Prüfer aus den beiden „großen“ Gebieten Allgemeinmedizin/Innere Medizin sowie Orthopädie/Traumatologie ausgewählt werden. Auf die „Herkunft“ des Prüflings sollte Rücksicht genommen werden. Allgemeines Wissen aus der Sportmedizin bzw. entsprechende Fragen sollten jedoch beantwortet werden können, da die Sportmedizin als Querschnittsfach sehr vielfältig ist.
Nach einer Einführungsphase wird ausgehend vom Sportärztebund Nordrhein – wenn möglich gemeinsam mit Verantwortlichen der Ärztekammer Nordrhein – ein Treffen der Prüfer erfolgen.
I Basis : Curriculum der Weiterbildung (nach Dr. D. Schnell)
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Sportphysiologie
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Sportmedizinische Trainingsberatung
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Grundzüge der sportärztl. Untersuchung (siehe unsere Leitlinien der DGSP)
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Erkennung und Behandlung von Sportverletzungen, chronische Schäden im Sport
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Sport im Kindesalter
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Sport im Alter
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Auge und Sport
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Spezifische Probleme bei der sporttreibenden Frau
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Sport bei ausgewählten Erkrankungen (z.B. Herz, Kreislauf, Atmung, Diabetes, Osteoporose, Arthrose etc.)
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Sporttraumatologie
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Primarprävention,Sekundärprävention und körperliche Aktivität
II Mögliche Themenfelder einer sportmedizinischen Prüfung
II.1 Primärprävention
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Definition der motorischen Hauptbeanspruchungsformen
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Effekte von Sport auf das Herz-Kreislaufsystem
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Effekte von Sport auf das Immunsystem
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Empfehlungen zu körperlicher Aktivität in der Primär-/Sekundärprävention ausgewählter Erkrankungen
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Körperliche Aktivität in ausgewählten Belastungssituationen (z.B. Hitze, Höhe, Kälte etc.)
II.2 Leistungsdiagnostik
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Definitionen und Unterscheidungsmöglichkeiten der Leistungsfähigkeit; Testverfahren, Messgrößen
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Energiebereitstellung
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Definition, Beschreibung und Interpretation der Laktatleistungskurve; Einfluss des Trainingszustandes
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Messgrößen und Interpretation der Spiroergometrie
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Erstellen von Trainingsempfehlungen auf der Basis verschiedener Zielparameter, z.B. Herzfrequenz, subjektivem Empfinden, Laktat, VO2max etc.
II.3 Innere Medizin/Kardiologie
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Definition Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention aus kardiovaskulärer Sicht
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Verschiedene Belastungsverfahren und deren Aufgaben sowie Zielparameter
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Kenntnisse und Vorgehen bei Trainingsberatungen
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Körperliche Aktivität bei kardiovaskulären Risikofaktoren (z.B. Diabetes mellitus, Hypertonie etc.)
II.4 Rehabilitation
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Kenntnisse über den Nutzen von körperlicher Aktivität nach kardiovaskulären Ereignissen (pAVK, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall etc.)
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Kenntnisse über den Nutzen von körperlicher Aktivität bei pulmonalen Erkrankungen (z.B. COPD, Asthma; belastungsinduziertes Asthma etc.)
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Kenntnisse über den Nutzen von körperlicher Aktivität bei ausgewählten anderen Erkrankungen (z.B. Nieren- und Lebererkrankungen, Magen- und Darmerkrankungen)
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Trainingsempfehlungen bei entsprechenden Krankheitsbildern
II.5 Orthopädie-Traumatologie
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Definitionen und Beurteilung von Unfall, Sportverletzung, Sportschaden
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Untersuchungsmethoden
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Verletzungen der Muskulatur (Erkennen, Definieren, Therapie)
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Verletzungen der Sehnen (Erkennen, Definieren, Therapie)
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Ausgewählte spezielle typische Verletzungen im Sport
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PECH-Regel
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Empfehlung Sport und Endoprothese
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Empfehlung Schulsport bei Epiphyseolysis capitis femoris oder M. Perthes
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Effekte von Sport auf ausgewählte chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates (Sportfähigkeit, Therapie)
II.6 Reha- und Behindertensport
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Begriffserläuterung und Definition von
a. Rehabilitationssport
b. Behindertensport
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Gesetzliche Grundlagen und Zielsetzung des Rehabilitations- und Behindertensport
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Funktionen und Aufgaben von Sportärzten und Vereinsärzten im DBS und seinen Landesverbänden
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Voraussetzungen und Möglichkeiten der Teilnahme von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen an Leistungswettkämpfen
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Aufgaben der (Sport-)Ärzte bei entsprechenden Wettkämpfen
II.7 Pädiatrische Sportmedizin
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Besonderheiten in der Durchführung und Interpretation der (Spiro-)Ergometrie bei Kindern
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Wahl des Belastungsschemas (z.B. gewichts-/größenbezogene Belastungsschemata)
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Technische Besonderheiten eines für Kinder geeigneten Fahrradergometers (niedrige Eingangslaststufe, Verstellbarkeit von Kurbeln, Sattel, Lenker)
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Verhalten von Herzfrequenz, Blutdruck, Leistung und spiroergometrischen Parametern im Vergleich zum Erwachsenen
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Besonderheiten bezüglich Training mit Kindern und Jugendlichen
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Unterschiede bezüglich der motorischen Hauptbeanspruchungsformen im Vergleich zum Erwachsenen (z.B. schnelleres Erlernen koordinativer Fähigkeiten; geringere Maximalkraft; höhere Schnelligkeit)
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Altersspezifische Schwerpunkte im Training der motorischen Hauptbeanspruchungsformen (z.B.: Spätes Schulalter als Phase des besten motorischen Lernens, vorsichtiger Einsatz von Krafttraining in der Pubertät, an das Alter angepasstes Ausdauertraining, etc.)
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Einsatz von Sport bei verschiedenen pädiatrischen Krankheitsbildern
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Sport bei Lungenerkrankungen: Asthma, Mukoviszidose
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Sport bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern
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Sport bei Diabetes Typ I
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Sport bei Adipositas
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Empfehlung Schulsport / Differenzierung der Sportarten
II.8 Frauenspezifische Themen
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besondere Bedeutung körperlicher Aktivität für die postmenopausale Frau
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Sport in der Schwangerschaft
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Triade der Sporttreibenden Frau: Definition, Zusammenhänge, etc
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Gyn. Tumorerkrankungen und Sport
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Osteoporose und Sport
II.9 Sonstige Themenfelder, z.B. Ophthalmologie
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Wichtige Sehfunktionen im Sport und die Rolle des Sehorgans in der Lernphase von Bewegungen
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Besonderheiten von Brillen- und Kontaktlinsen-Trägern im Sport
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Möglichkeiten des Augenschutzes im Sport
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Besonderheiten von blinden und sehbehinderten Menschen im Sport
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Besonderheiten ausgewählter Sportarten, z.B. Tauchen, Sprünge (vom Reck, Barren, Hoch- und Stabhoch-Sprünge)
III. Empfohlene Literatur
Für die Vorbereitung auf o.g. Themenfelder werden folgende Lehr- und „Lernbücher“ empfohlen. Bitte beachten Sie, dass teils nur einzelne Kapitel zur Erarbeitung der Themenfelder vonnöten sind.
Sportphysiologie
von Horst de Marees
Sport & Buch Strauß, 2003
Verletzungen im Sport. Prävention und Behandlung
von Lars Peterson, Per Renström
Deutscher Arzte-Verlag, 2003
Ferner:
NEU:
Lehrbuch Sportmedizin
von C.Graf, R.Rost
Basiswissen, präventive, therapeutische und besondere Aspekte
Deutscher Ärzte-Verlag,
2012, 2. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage
16,5 x 23,8 cm, broschiert
XXXIII + 918 Seiten, mit 177 Abbildungen in 325 Einzeldarstellungen, 91 Tabellen und CD-ROM
ISBN 978-3-7691-0607-7
D € 69,95 / A € 71,90
Sportkardiologie. Körperliche Aktivität bei Herzerkrankungen
von W. Kindermann, H.-H. Dickhuth, A. Nieß, K. Röcker, A. Urhausen
Steinkopff-Verlag Darmstadt, 2003
Sportverletzungen - Sportschäden
von M. Engelhardt
Elsevier-Verlag 2006
Sportmedizin. Grundlagen für Arbeit, Training und Präventmedizin
von W. Hollmann, T. Hettinger, H. Strüder
Schattauer, F.K. Verlag, 2000
Kinder- und Jugendsportmedizin
von H. Hebestreit, R. Ferrari et al.
Thieme-Verlag 2002
Sport- und Bewegungstherapie
von R. Rost
Dtsch. Ärzteverlag 2005
Infos auch unter: www.dgsp.de
Kurze Erläuterungen zu gestellten Fragen:
Wer bis zum 30.09.2005 einreichte, wurde nach der alten Ordnung behandelt, nämlich er erhielt die Zusatzbezeichnung sofort ohne jegliche Prüfung.
Wer nach dem 01.10.2005 seine Unterlagen einreichte, muss eine Prüfung absolvieren, egal, wann er begann.
Wer vor dem 01.10.2005 seine Weiterbildung begann, muss die Bedingungen erfüllen, die in der alten Weiterbildungsordnung standen (also keine Supervision und nur 90 Std. in der Vereinsbetreuung).
Wer danach beginnt, muss nach der neuen Ordnung alles absolvieren.
Sie müssen innerhalb von 3 Jahren (also tatsächlich bis 01.10.2008) die Unterlagen zur Prüfung eingereicht haben. Die Niederlassung ist irrelevant. Auch der Facharzt ist unwichtig, wenn Sie die Weiterbildung vor dem 01.10.2005 begonnen haben, weil Sie dann noch nach dem alten Modus abschließen können (mit Ausnahme der Prüfung, die für alle gilt) und da wird nur eine zweijährige klinische Tätigkeit gefordert und keine Facharztanerkennung.
Aktuell: Wer nach dem 01.01.2012 einreicht, braucht keine Supervision mehr nachweisen.
Zuständig bei Rückfragen:
Dr. Dieter Schnell
Otto-Willach-Str. 2
253809 Ruppichteroth
Fax: 02295-9099073
E-Mail:
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